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Joloda – Schienensystem

Das Joloda-Schienensystem (häufig als Skate & Track-System bezeichnet) ist ein spezialisiertes, im Ladeboden von Lkw, Trailern oder Containern integriertes Fördersystem. Es besteht aus eingelassenen Stahlschienen (Tracks) und mobilen Hubrollern (Skates), mit denen schwerste Lasten wie Papierrollen, schwer beladene Paletten oder Maschinenteile manuell oder halbautomatisch im Laderaum bewegt und positioniert werden können, ohne dass ein Gabelstapler den Laderaum befahren muss.

Funktionsweise & Technische Komponenten

Das System basiert auf dem Zusammenspiel von fest installierten und mobilen Komponenten:

  • Führungsschienen (Tracks): In den Fahrzeugboden passgenau eingelassene U-Profil-Schienen aus Stahl oder Aluminium, die bündig mit der Ladefläche abschließen, um das Befahren mit Flurförderzeugen oder den normalen Gehverkehr nicht zu behindern.
  • Hubroller (Skates): Speziallaufroller, die in die Schienen eingesetzt werden. Durch Betätigung eines Hebels oder pneumatisch wird die Last um wenige Millimeter angehoben und lässt sich auf den Rollen extrem reibungsarm verschieben.
  • Absenkmechanismus: An der Zielposition wird der Mechanismus gelöst. Die Last senkt sich direkt auf den Ladeboden ab und stellt wieder vollen Reibkontakt her.
  • Sicherungskeile & Endstopps: Spezielle Systemkomponenten, die in die Schienen eingesetzt werden, um ein ungewolltes Rollen der Ladung während des Ladevorgangs zu verhindern.

Auswirkungen auf die Ladungssicherung

So vorteilhaft das Joloda-System beim Beladevorgang ist, so sorgfältig muss es bei der anschließenden Ladungssicherung berücksichtigt werden:

  • Reibbeiwert (µ): Sobald die Hubroller abgesenkt sind, ruht die Fracht auf dem Ladeboden. Der Gleitreibbeiwert richtet sich nach der Paarung der Materialien (z. B. Holz/Papier, Holz/Sperrholz). Das Metall verringert jedoch den Reibwert (Mischreibung) mindestens geringfügig.
  • Verwendung von Anti-Rutsch-Matten (ARM): Um hohe Reibbeiwerte (µ = 0,6) zu erzielen, müssen Anti-Rutsch-Matten so platziert werden, dass die Fracht beim Absenken vollständig auf den Matten aufliegt und nicht direkt auf den metallischen Joloda-Schienen reibt (da Metall als Reibungspartner sehr niedrige Reibbeiwerte aufweist).
  • Ausgleich von Bodenunebenheiten: Bei der Sicherung durch Formschluss (z. B. Schrägzurren oder Stecklatten) muss sichergestellt werden, dass die Ladeeinheiten verzugsfrei stehen und die Schienenkanäle nicht beschädigt werden.

Rechtliche Pflichten & Verantwortlichkeiten

1. Öffentliches Straßenverkehrsrecht (§ 22 StVO)

Der Verlader (als derjenige, der die Ladehandlung durchführt oder eigenverantwortlich anordnet), der Fahrzeugführer und der Fahrzeughalter müssen sicherstellen, dass das Joloda-System nach dem Beladevorgang vollständig entlastet und gesichert ist. Eine Ladung darf niemals auf den angehobenen Rollen befördert werden. Die Fracht ist nach den anerkannten Regeln der Technik (z. B. VDI 2700, DIN EN 12195) gegen Verrutschen und Umkippen zu sichern.

2. Zivil- und Frachtrecht (§ 412 HGB)

  • Absender: Ihm obliegt die beförderungssichere Verladung. Verlädt der Absender Güter (wie Papierrollen) mittels Joloda-System, muss er gewährleisten, dass die Ladeeinheiten so positioniert und abgesenkt sind, dass sie den Transportbelastungen standhalten.
  • Frachtführer: Hat ein Joloda-Fahrzeug bereitzustellen, dessen Schienen sauber, betriebsbereit und unbeschädigt sind (betriebssichere Verladung). Er muss vor Fahrantritt kontrollieren, dass die Skates entfernt oder arretierte Sicherungselemente korrekt gesetzt sind.

Typische Praxis-Fallstricke

  • Vergessene Absenkung: Die Skates bleiben unter der Last angehoben. Bei der ersten Bremsung rollt die tonnenschwere Fracht unkontrolliert nach vorne.
  • Falsche ARM-Platzierung: Anti-Rutsch-Matten werden über die offenen Schienen gelegt, scheren beim Eintreiben oder Verschieben ab oder verhindern das vollständige Absenken der Fracht auf den Fahrzeugboden.
  • Verschmutzung der Schienen: Holzsplitter, Straßendreck oder Granulat im Schienenkanal verhindern das saubere Einrasten der Stoppkeile und verfälschen die Ebenerdigkeit der Ladefläche.

KLSK®-Experten-Tipp

Doppelkontrolle vor dem Verzurren: Vor dem Anbringen von Zurrgurten oder der Herstellung von Formschluss muss das Fahr- und Verladepersonal durch Sichtkontrolle prüfen, ob alle Joloda-Skates vollständig abgesenkt und aus den Schienen entnommen oder arretierte Verriegelungen eingerastet sind. Vergewissere dich, dass die Fracht flächig auf dem Ladeboden bzw. auf den untergelegten Anti-Rutsch-Matten aufliegt und keine Metall-auf-Metall-Reibung entsteht.