Foto des Monats – November 2026

Spritztour – oder – „Aber wenn das doch eben noch mit muss!“

Aufmerksame oder eher besorgte Verkehrsteilnehmer bemerkten einen Lkw in der Essener Innenstadt, welcher mit einer Absetzmulde beladen unterwegs war und dessen Ladung ein kleines Eigenleben hatte.

Die Ladung, wie es sich später herausstellte, eine ca. 20 t schwere Spritzgussmaschine, war augenscheinlich nur halbherzig gesichert.

Die Verkehrsteilnehmer gaben an, dass die Ladung sich bei der Fahrt bewegte.

Die informierten Beamten stellten dann, nachdem der LKW angehalten werden konnte, fest, dass es einen Grund für die Bewegung der Ladung gab.

Die Ladefläche der Absetzmulde war verölt und dreckig. Ein Teil der Abdeckung war ohne jegliche Sicherung und stand am Rand der Mulde.

Die Hecktüren der Mulde waren geöffnet und über die beiden, nicht festgemachten Türen verliefen zwei Zurrgurte. Jeweils von beiden Seiten der Mulde zum äußeren unteren Teil der Maschine. Damit befand sich der Transport außerhalb der zulässigen Abmessungen, er ist schlichtweg breiter als erlaubt geworden.

Ablegereifer Zurrgurt beim Transport einer Spritzgießmaschine im Abrollcontainer ohne ausreichende Ladungssicherung - KLSK® Foto des Monats November 2026

Die Gurte waren in Punkten am Rande der Mulde (mit drei weiteren Haken!) eingehängt. Auf der linken Seite war schon ein Riss im Material zu erkennen.

Ob es sich überhaupt um Zurrpunkte handelte, konnte hier nicht geklärt werden, und wenn doch, welche Kraft diese Punkte aushalten.
Bild 8 beschreibt sehr anschaulich den traurigen Zustand der Zurrgurte.

Das Ende der Maschine stand auf einem Holzklotz, welcher auf dünnen ARM lag, deren Wirkung gleich null war.

Die anderen drei Gurte liefen kreuz und quer in einer Art der Umreifung über die Maschine. Was genau sie bewirken sollten, ließ sich vor Ort nicht klären.

Als Konsequenz wurde die Weiterfahrt untersagt und eine Anzeige gegen den Halter und Fahrer erstattet.

Während mit der Untersagung der Weiterfahrt und die Anzeigenfertigung für die Polizei die Angelegenheit vorerst erledigt ist, geht es für das Transportunternehmen nun erst richtig los.

Es ist nicht die Sache der Kontrolleure, vorzuschreiben, wie gesichert werden soll. Das ist Sache des Transportunternehmens und des Verladers.

In diesem Beispiel wird auch für den Laien deutlich – der Transportunternehmer hat hier ein ungeeignetes Fahrzeug für den Transport bereitgestellt. Und damit erübrigen sich auch alle Lösungsvorschläge, die wir Ladungssicherungskolumnisten nur zu bereitwillig zur Verfügung stellen. Umladen auf ein geeignetes Transportfahrzeug, ausreichend starke, traditionelle Direktverzurrung – und schon ist auch dieser Transport sicher.

Aber auch der Fahrer steht hier in der Verantwortung. Als Profi im Transport – Business darf niemand so blind sein und alle Augen zukneifen! Das muss jeder Profi erkennen und sich der Gefahren bewusst sein.

Eine sichere Herbstzeit wünschen Ihre Ladungssicherungskolumnisten.