CE-Kennzeichnung
Mit dem Anbringen des CE-Kennzeichens erklärt der Hersteller, dass sein Produkt den gesetzlichen Bestimmungen aller auf das Produkt zutreffenden EU-Richtlinien entspricht. Es dient also als „Reisepass für Produkte im EU-Binnenmarkt“ (aus Dok-Nr. 62932 der IHK Berlin = Merkblatt-CE-Kennzeichnung-data).
Es gibt eine gewisse Anzahl (derzeit etwa 27) von europäischen Richtlinien, die die Verwendung eines CE-Zeichens vorschreiben. Auf allen anderen Produkten ist es verboten.
Wer genau wissen will, welche Richtlinien dies sind gibt als Suchbegriffe „CE-Richtlinien“ in eine Suchmaschine ein und wird dann bei einigen IHK’s, oder auch bei wikipedia fündig.
Hinweis für den Bereich der Ladungssicherung: Zurrmittel nach der EN 12195-2/3/4 gehören nicht dazu. Auf diesen Dingen, wie Zurrgurten / Zurrketten oder Zurrdrahtseilen darf kein CE-Kennzeichen verwendet werden. Findet man es trotzdem, dann ist es fälschlicherweise angebracht worden, was auf Hersteller hinweist, die die genauen Vorgaben nicht kennen, oder auf Produktpiraterie, oder auf eine Fälschung.
Im Gegensatz zu den Zurrmittel, gibt es auch z.B. Hebschlaufen (Schlupps), die aus dem Hebebereich kommen, aber auch gerne mal bei der Ladungssicherung einsetzt werden.
Hier ist die Anbringung eines CE-Zeichens erforderlich. Dieser Hebegurt wird nicht nach der EN-12195-2 hergestellt, sondern nach der Maschinenrichtlinie, die die Verwendung des CE-Zeichens vorschreibt (2006/42/EG).
CEN (Europäisches Komitee für Normung)
Das CEN (Comité Européen de Normalisation / European Committee for Standardization) ist die offizielle europäische Organisation für die Erarbeitung und Vereinheitlichung europäischer Normen (EN).
- Vertretung: Das DIN (Deutsches Institut für Normung e. V.) vertritt die deutschen Normungsinteressen als nationales Mitglied im CEN.
- Bedeutung für die Ladungssicherung: Das CEN ist verantwortlich für europäische Normen im Transportwesen, wie beispielsweise die Normenreihe DIN EN 12195 (Berechnung von Zurrkräften, Zurrgurte, Zurrketten, Drahtseile).
- Mitglieder: Neben den EU-Mitgliedstaaten gehören dem CEN weitere europäische Länder (z. B. EFTA-Staaten) an. Eine aktuelle Übersicht der Mitgliedsländer ist auf der offiziellen Website des CEN zu finden.
Code L (Fahrzeugaufbau / DIN EN 12642)
Die Bezeichnung Code L kennzeichnet einen Nutzfahrzeugaufbau, dessen Festigkeit der Standardnorm nach DIN EN 12642 entspricht. Im Gegensatz zum verstärkten Code XL Aufbau verlangt ein Code L Aufbau geringere Prüfkräfte an Stirnwand, Rückwand und Seitenwänden.
- Prüfkräfte & Belastbarkeit (gemäß DIN EN 12642 Code L):
- Stirnwand: Muss 40 % der Nutzlast aufnehmen können (maximal 5.000 daN).
- Rückwand: Muss 25 % der Nutzlast aufnehmen können (maximal 3.100 daN).
- Seitenwände (Plane/Bordwand): Müssen 30 % der Nutzlast aufnehmen können.
- Bedeutung für die Ladungssicherung:
- Begrenzter Formschluss: Ein Code L Aufbau bietet ohne zusätzliche Mittel in der Regel keine vollkommen formschlüssige Ladungssicherung für schwere oder freistehende Güter.
- Notwendigkeit zusätzlicher Maßnahmen: Da der Aufbau geringere Kräfte aufnehmen kann als bei Code XL, müssen Güter bei Code L Aufbauten häufiger durch aktive Zurrmittel (z. B. Niederzurren, Direktzurren) oder Zusatzmittel (z. B. Anti-Rutsch-Matten, Einstecklatten, Sperrstangen) gesichert werden.
- Nachweispflicht:
- Der Aufbau muss vom Hersteller mit einem Zertifikat/einer Prüfbescheinigung ausgewiesen sein, aus der die genauen Belastungsgrenzen hervorgehen.
Code XL (Fahrzeugaufbau / DIN EN 12642)
Die Bezeichnung Code XL kennzeichnet einen verstärkten Nutzfahrzeugaufbau gemäß der Norm DIN EN 12642. Aufbauten mit Code-XL-Zertifizierung weisen eine erhöhte Strukturfestigkeit an Stirn-, Rück- und Seitenwänden auf und können bei formschlüssiger Beladung erhebliche Kräfte der Ladungssicherung eigenständig übernehmen.
Prüfkräfte & Einleitungshöhen (gemäß DIN EN 12642 Code XL):
- Stirnwand: Muss 50 % der Nutzlast aufnehmen können. Die Krafteinleitung erfolgt auf 3/4 der Stirnwandhöhe, mindestens jedoch bis zu einer Höhe von 1.600 mm ab Ladeboden.
- Rückwand: Muss 30 % der Nutzlast aufnehmen können (Krafteinleitung ebenfalls auf 3/4 der Höhe bzw. mind. 1.600 mm).
- Seitenwände (Plane/Bordwand): Müssen 40 % der Nutzlast über die gesamte Ladelänge aufnehmen können (Prüfbereich bis 3/4 der lichten Höhe bzw. mind. 1.600 mm).
Bedeutung für die Ladungssicherung:
- Verstärkter Formschluss: Bei lückenloser und formschlüssiger Beladung bis an die Aufbaugrenzen entfällt bei vielen Gütern die Notwendigkeit zusätzlicher Zurrmittel (z. B. Niederzurren).
- Ladehöhe beachten: Ragt Ladung über den definierten Prüfbereich (oberhalb von 1,60 m bzw. 3/4 der Aufbauhöhe) hinaus, muss geprüft werden, ob ergänzende Sicherungen (z. B. Kopf- oder Buchtzurrungen) erforderlich sind.
- Zertifikatsbindung: Die Einhaltung der Vorgaben (z. B. lückenlose Verladung, Maximallücken, vorgeschriebene Einstecklatten bzw. Spezialplanen) richtet sich strikt nach dem fahrzeugspezifischen Code XL Zertifikat (Prüfbescheinigung).
Mitführpflicht & Praxis:
- Das Code XL Zertifikat (häufig als „Yellow Sheet“ bezeichnet) muss bei Fahrten in Österreich mitgeführt werden, wenn der Aufbau als Ladungssicherungselement genutzt wird (besonders relevant bei Verkehrskontrollen gem. § 101 KFG).
Coil
Ein Coil (englisch für Spule oder Wickel) bezeichnet eine aufgewickelte Metallband- oder Drahtrolle. Dabei handelt es sich um Halbzeuge aus Stahl, Aluminium oder anderen Metallen, die von Hüttenwerken zur weiterverarbeitenden Industrie (z. B. Automobilindustrie, Maschinenbau) transportiert werden.
- Bauformen & Varianten:
- Blech- und Bandstahlcoils: Flachgewalzte Metallbänder, die zu kompakten Rollen aufgewickelt werden (Gewichte oft zwischen 10 und 30 Tonnen pro Coil).
- Drahtcoils (Drahtrollen): Aufgewickelter Walzdraht oder Stahldraht.
- Herausforderung bei der Ladungssicherung:Aufgrund des hohen Einzelgewichts, der zylindrischen Form und der extremen Punktlasten stellen Coils besondere Anforderungen an die Ladungssicherung. Der Transport erfolgt vorzugsweise in dafür speziell ausgerüsteten Fahrzeugen mit Coilmulde. Maßgebend für das sichere Verladen sind unter anderem die Richtlinien der VDI 2700 Blatt 19 (Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen – Sichern von Bändern und Blechen aus Stahl).

Coilmulde
Eine Coilmulde ist ein im Fahrzeug eingebautes Transportgestell für runde Güter (hauptsächlich Coils), die darin liegend transportiert werden. Das Coil liegt dann zum Teil im Ladeboden versenkt.
Dies hilft, die Ladungssicherung einfach zu gestalten. Durch die Schräge, auf der das Coil liegt ist ein seitliches Verrollen fast ausgeschlossen. Einfaches Niederzurren reicht für die seitliche Sicherung dann schon aus.
Für die Sicherung nach vorn werden Rungen in spezielle Steckplätze direkt vor das Coil gesteckt, die dann die Stirnwand ersetzen und auch schon einen Großteil der Ladungssicherung ersetzen.
Für rückwärtige Sicherung reicht die Lagerung des Coils auf rutschhemmenden Matten aus, wenn durch Niederzurrungen vertikale Bewegungen ausgeschlossen werden.
CTU-Code
Der CTU-Code (IMO/ILO/UNECE Code of Practice for Packing of Cargo Transport Units) ist der weltweit gültige Leitfaden für das sichere Packen und Sichern von Ladung in Güterbeförderungseinheiten (CTUs wie z. B. Container, Wechselbehälter).
- Urheber & Entstehung: Der Code wurde gemeinsam von den UN-Organisationen IMO (Schifffahrt), ILO (Arbeitsschutz) und UNECE (Europa-Wirtschaft) erarbeitet. Er löste die älteren CTU-Packrichtlinien von 1999 ab und wurde in Deutschland am 27. April 2015 durch das BMVI offiziell bekannt gemacht.
- Rechtliche Einordnung:
- Der CTU-Code hat den Status einer anerkannten technischen Regel (Stand der Technik).
- Internationale Regelwerke für den Gefahrguttransport (z. B. ADR im Straßenverkehr oder IMDG-Code im Seeverkehr) verweisen im Hinblick auf die Ladungssicherung ausdrücklich auf den CTU-Code.
- Verhältnis zu nationalem Recht: Der CTU-Code tritt nicht in Konkurrenz zu bestehenden innerstaatlichen Vorschriften (wie den deutschen Arbeitsschutzbestimmungen, VDI 2700 oder der DIN EN 12195-1) und ersetzt diese nicht, sondern ergänzt sie als internationaler Maßstab – insbesondere bei verkehrsträgerübergreifenden (intermodalen) Transporten.
CTU-Packrichtlinien
—Nicht mehr gültig—
Die CTU-Packrichtlinien sind Richtlinien für das Packen von Ladung (außer Schüttgut) in oder auf Beförderungseinheiten (CTUs) bei Beförderung mit allen Verkehrsträgern zu Wasser und zu Lande gewesen. Der Lufttransport war nicht berücksichtigt worden. Der CTU-Code wurde im April 2015 veröffentlicht und löste die Richtlinien für das Packen von Beförderungseinheiten (CTU-Packrichtlinien) vom 17. Februar 1999 ab.
Curtainsider
Ein Curtainsider (auch Schiebegardinenauflieger; früher oft als Tautliner bezeichnet) ist ein Fahrzeugaufbau mit einer seitlichen Schiebeplane. Dieser Aufbautyp ist im gewerblichen Güterkraftverkehr (insbesondere bei Lkw und Sattelanhängern über 12 t zGG) weit verbreitet.
- Typische Ausstattungsmerkmale:
- Schiebedach: Lässt sich nach vorne aufschieben und ermöglicht eine Be- und Entladung von oben per Kran.
- Stirnwand & Rückwand: Aufbauhohe, feste Stirnwand vorne sowie verriegelbare Portal-Rückwandtüren hinten.
- Seitenrungen: Die Schieberungen lassen sich nach dem Aufziehen der Plane entriegeln und in Längsrichtung verschieben, um eine freie seitliche Beladung zu ermöglichen.
- Aufbaufestigkeit & Normung:
- Neuere Fahrzeuge sind bezüglich ihrer Aufbaufestigkeit nach DIN EN 12642 zertifiziert (Code L oder der verstärkte Code XL). Ein Code XL-Aufbau kann unter bestimmten Bedingungen Teile der seitlichen Rückhaltekräfte bei der Ladungssicherung übernehmen.
- Variante mit Bordwänden (TIR- / Formschluss-Ausführung):
- In manchen Fällen wird ein Curtainsider zusätzlich mit klappbaren Seitenbordwänden kombiniert.
- Zollverkehr (TIR): Für den internationalen Zollverkehr ist eine Bordwand erforderlich, um die Schiebeplane über Ösen (Ösenabstand ≤ 200 mm) und ein Zollseil zollsicher zu verschließen und zu verplomben.
- Erhöhte Stabilität: Bordwände bieten zudem eine höhere seitliche Widerstandskraft im unteren Ladebereich, was den Formschluss bei bodennahen Ladegütern verbessert.









