daN (Dekanewton)
Das Dekanewton (Abkürzung: daN) ist eine Maßeinheit für die Kraft. Das Präfix Deka steht für den Faktor 10, somit entspricht 1 daN = 10 Newton (N).
In der Ladungssicherung hat sich das Dekanewton als praktische Einheit etabliert, da 1 daN vereinfacht der Gewichtskraft einer Masse von ca. 1 kg auf der Erde entspricht (1 daN ≈ 1 kg).
- Verwendung in der Praxis:
- daN: Wird bevorzugt bei der Kennzeichnung von Zurrgurten verwendet (z. B. Angabe der Normalkandkraft STF oder der zulässigen Zugkraft LC auf dem Kennzeichnungsetikett).
- kN (Kilonewton): Für größere Kräfte (1 kN = 1.000 N = 100 daN ≈ 100 kg) verwendet man Kilonewton, wie etwa bei Zurrketten, Zurrdrahtseilen oder der Belastbarkeit von Zurrpunkten auf der Ladefläche.
Diagonalzurren
Das Diagonalzurren ist eine Form der Direktsicherung (gemäß DIN EN 12195-1 und VDI 2700), bei der die Ladung durch die beim Fahrbetrieb auftretenden Trägheitskräfte direkt in die Zurrmittel zieht. Im Gegensatz zum Niederzurren (Kraftschluss) wird die Ladung hierbei nicht durch Anpressdruck, sondern durch die Geometrie und die Zugfestigkeit der Zurrmittel an Ort und Stelle gehalten.
- Anbringung & Geometrie:
- Es werden in der Regel vier Zurrmittel verwendet.
- Jedes Zurrmittel wird an einem Zurrpunkt der Ladung befestigt und schräg (diagonal) zu einem Zurrpunkt auf der Ladefläche geführt.
- Die Wirksamkeit hängt maßgeblich von den Vertikal- und Horizontalwinkeln (Alpha und Beta) ab, in denen die Zurrmittel gespannt werden.
- Vorteile:
- Sehr hohe Sicherungskräfte bei vergleichsweise geringer Vorspannkraft.
- Auch für extrem schwere Güter (z. B. Maschinen, Baustellenfahrzeuge) ideal geeignet.
- Der Reibbeiwert zwischen Ladung und Ladefläche ist nicht der alleinige Sicherungsfaktor (wobei Antirutschmatten die benötigten Sicherungskräfte dennoch deutlich reduzieren).
- Praxishinweis:
- Die Zurrmittel werden beim Diagonalzurren fest vorgespannt. Relevant für die Auswahl der Zurrmittel ist die zulässige Zugkraft LC (Lashing Capacity).
DIN
Deutsches Institut für Normung e.V. (Mitglied im CEN – Europäisches Komitee für Normung)
DIN EN 12641-2
Die Norm DIN EN 12641-2 (Intermodale Ladeeinheiten und Nutzfahrzeuge – Planen – Teil 2: Mindestanforderungen an Schiebeplanen) legt die werkstofftechnischen und konstruktiven Mindestanforderungen an die Festigkeit von Schiebeplanen (Curtainsidern) fest.
- Inhalt & Anforderungen:
- Definiert Festigkeitswerte für das Planengewebe, die vertikalen und horizontalen Verstärkungsgurte sowie die Ausführung der Planenverschlüsse (Direktschnallen/Ratschspanner).
- Stellt sicher, dass die Schiebeplane die im Fahrbetrieb auftretenden Querkräfte aufnehmen und in das Fahrzeuggestell ableiten kann.
- Bedeutung für die Ladungssicherung:
- Ist eine zentrale Voraussetzung für die Zertifizierung von Fahrzeugaufbauten nach DIN EN 12642 (Code L und Code XL).
- Nur wenn die Schiebeplane nach DIN EN 12641-2 ausgeführt ist, darf sie bei der Ladungssicherung zur Erreichung von Formschluss berücksichtigt werden.
DIN EN
Die Bezeichnung DIN EN kennzeichnet eine europäische Norm (EN), die unverändert in das deutsche Normenwerk übernommen und als nationale deutsche Norm veröffentlicht wurde.
- Bedeutung der Abkürzung:
- DIN: Deutsches Institut für Normung e. V.
- EN: Europäische Norm (European Standard)
- Funktion & Gültigkeit:
- Europäische Normen werden vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) erarbeitet.
- Die Mitgliedsländer des CEN (darunter Deutschland) sind verpflichtet, europäische Normen unverändert als nationale Normen zu übernehmen und entgegenstehende nationale Normen zurückzuziehen.
- DIN EN gewährleistet somit einheitliche Sicherheits- und Qualitätsstandards im gesamten europäischen Binnenmarkt.
- Beispiele aus der Ladungssicherung:
- DIN EN 12195: Normenreihe für Berechnung von Zurrkräften, Zurrgurte, Zurrketten und Drahtseile.
- DIN EN 12642: Festigkeitsanforderungen an Fahrzeugaufbauten (Code L / Code XL).
DIN EN 12195-1
Die DIN EN 12195-1 (Ladeeinheiten auf Straßenfahrzeugen – Sicherheit – Teil 1: Berechnung von Zurrkräften) ist die maßgebliche europäische Norm zur mathematischen Berechnung der erforderlichen Sicherungskräfte beim Niederzurren, Direktzurren (Diagonal- und Schrägzurren) sowie bei Kopflaschen.
- Rechtliche Einordnung & Status:
- gilt in Deutschland als anerkannte Regel der Technik im Sinne des § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO).
- Dient Gerichten, Gutachtern sowie Behörden und Organisationen mit Kontrollaufgaben (z. B. Polizei, BALM) als verbindliche Prüfungsgrundlage bei Fahrzeug- und Ladungskontrollen.
- Verhältnis zur VDI 2700 Blatt 2:
- Neben der DIN EN 12195-1 existiert in Deutschland die Richtlinie VDI 2700 Blatt 2.
- Beide Regelwerke nutzen teilweise unterschiedliche Rechenansätze und Faktoren (z. B. beim Kippen oder bei den anzusetzenden Reibbeiwerten).
- In der Praxis und bei Grenzkontrollen im internationalen Güterverkehr wird primär nach DIN EN 12195-1 gerechnet und kontrolliert.
DIN EN 12195-2
Die DIN EN 12195-2 (Ladeeinheiten auf Straßenfahrzeugen – Sicherheit – Teil 2: Zurrgurte aus Chemiefasern) ist die maßgebliche Konstruktions-, Prüf- und Kennzeichnungsnorm für Zurrgurte zur Ladungssicherung im Straßenverkehr.
- Inhalt & Kernanforderungen:
- Regelung der Materialeigenschaften und Anforderungen an Gurtbänder aus Chemiefasern (z. B. Polyester/PES, Polyamid/PA, Polypropylen/PP) sowie an Ratschen und Verbindungselemente (z. B. Haken).
- Vorschrift zur Prüfung und Belastbarkeit: Festlegung des Mindest-Sicherheitsfaktors (Gurtband: Faktor 3, Metallelemente: Faktor 2).
- Definition der verpflichtenden Kennzeichnungsetiketten (Labels) mit Angaben wie zulässige Zugkraft (LC), Normalkandkraft (STF), Normalhandkraft (SHF) und Werkstoff.
- Rechtliche Einordnung:
- Gilt in Deutschland als anerkannte Regel der Technik im Sinne des § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO).
- Zurrgurte ohne lesbares Etikett nach DIN EN 12195-2 gelten im Sinne der Ladungssicherung als ablegereif und dürfen nicht mehr verwendet werden.
DIN EN 12195-3
Die DIN EN 12195-3 (Ladungssicherungseinrichtungen auf Straßenfahrzeugen – Sicherheit – Teil 3: Zurrketten) ist die maßgebliche Konstruktions-, Prüf- und Kennzeichnungsnorm für Zurrketten und Spannelemente zur Ladungssicherung im Straßenverkehr.
- Inhalt & Kernanforderungen:
- Regelung der Materialeigenschaften, Fertigung und Prüfverfahren für Zurrketten (vorzugsweise Güteklasse 8, 10 oder höher) sowie deren Verbindungselemente und Kettenspanner (z. B. Ratschenlastenspanner).
- Vorschrift zur Prüfung und Belastbarkeit: Festlegung von Sicherheitsfaktoren (z. B. Mindestbruchkraft = 2 x zulässige Zugkraft LC).
- Vorschrift zur Ausrüstung mit Sicherungseinrichtungen (z. B. Aushängesicherungen an Haken, Ausdrehsicherungen bei Kettenspannern).
- Verpflichtende Kennzeichnung auf dem Metallanhänger (z. B. Angabe von LC, Rückverfolgbarkeitscode, Güteklasse, Hersteller).
- Anwendungsbereich & Praxis:
- Zurrketten werden bevorzugt für schwere Ladegüter (z. B. Baumaschinen, Betonfertigteile, Stahl-Coils) und vorwiegend im Direkt- bzw. Diagonalzurren eingesetzt.
- Rechtliche Einordnung:
- Gilt in Deutschland als anerkannte Regel der Technik im Sinne des § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO).
- Zurrketten ohne lesbaren Metallanhänger oder mit verformten/beschädigten Kettengliedern gelten als ablegereif und dürfen nicht mehr eingesetzt werden.
DIN EN 12195-4
Die DIN EN 12195-4 (Ladungssicherungseinrichtungen auf Straßenfahrzeugen – Sicherheit – Teil 4: Zurrdrahtseile) ist die maßgebliche Konstruktions-, Prüf- und Kennzeichnungsnorm für Zurrdrahtseile und deren Spannelemente zur Ladungssicherung im Straßenverkehr.
- Inhalt & Kernanforderungen:
- Werkstoff- und Ausführungsvorgaben für Stahldrahtseile, Seilendverbindungen (z. B. Aluminium-Pressklemmen, Spleiße) sowie Spanneinrichtungen (z. B. Seilwinzen, Turnbuckles/Spannschrauben).
- Vorschrift zur Prüfung und Belastbarkeit: Festlegung von Sicherheitsfaktoren (z. B. Mindestbruchkraft = 2 x zulässige Zugkraft LC).
- Bestimmung zulässiger Seilkonstruktionen und Seildurchmesser für den Sicherungseinsatz.
- Verpflichtende Kennzeichnung auf dem Metallanhänger (z. B. Angabe der zulässigen Zugkraft LC, Herstellerzeichen, Rückverfolgbarkeitscode).
- Anwendungsbereich & Praxis:
- Zurrdrahtseile bieten eine hohe Schnitt- und Kantenfestigkeit sowie sehr geringe Dehnung.
- Werden primär bei Schwer- und Spezialtransporten, im Holztransport oder zur Direkt- und Kopf-Sicherung von robusten Wirtschaftsgütern eingesetzt.
- Rechtliche Einordnung:
- Gilt in Deutschland als anerkannte Regel der Technik im Sinne des § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO).
- Zurrdrahtseile ohne lesbaren Metallanhänger, mit Litzenbrüchen, Stauchungen, Knicken oder starken Korrosionsschäden gelten als abgelegtreif und dürfen nicht mehr verwendet werden.
DIN EN 12406
Die DIN EN 12195-4 (Ladungssicherungseinrichtungen auf Straßenfahrzeugen – Sicherheit – Teil 4: Zurrdrahtseile) ist die maßgebliche Konstruktions-, Prüf- und Kennzeichnungsnorm für Zurrdrahtseile und deren Spannelemente zur Ladungssicherung im Straßenverkehr.
- Inhalt & Kernanforderungen:
- Werkstoff- und Ausführungsvorgaben für Stahldrahtseile, Seilendverbindungen (z. B. Aluminium-Pressklemmen, Spleiße) sowie Spanneinrichtungen (z. B. Seilwinzen, Turnbuckles/Spannschrauben).
- Vorschrift zur Prüfung und Belastbarkeit: Festlegung von Sicherheitsfaktoren (z. B. Mindestbruchkraft = 2 x zulässige Zugkraft LC).
- Bestimmung zulässiger Seilkonstruktionen und Seildurchmesser für den Sicherungseinsatz.
- Verpflichtende Kennzeichnung auf dem Metallanhänger (z. B. Angabe der zulässigen Zugkraft LC, Herstellerzeichen, Rückverfolgbarkeitscode).
- Anwendungsbereich & Praxis:
- Zurrdrahtseile bieten eine hohe Schnitt- und Kantenfestigkeit sowie sehr geringe Dehnung.
- Werden primär bei Schwer- und Spezialtransporten, im Holztransport oder zur Direkt- und Kopf-Sicherung von robusten Wirtschaftsgütern eingesetzt.
- Rechtliche Einordnung:
- Gilt in Deutschland als anerkannte Regel der Technik im Sinne des § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO).
- Zurrdrahtseile ohne lesbaren Metallanhänger, mit Litzenbrüchen, Stauchungen, Knicken oder starken Korrosionsschäden gelten als abgelegtreif und dürfen nicht mehr verwendet werden.
DIN EN 12410
Die DIN EN 12195-4 (Ladungssicherungseinrichtungen auf Straßenfahrzeugen – Sicherheit – Teil 4: Zurrdrahtseile) ist die maßgebliche Konstruktions-, Prüf- und Kennzeichnungsnorm für Zurrdrahtseile und deren Spannelemente zur Ladungssicherung im Straßenverkehr.
- Inhalt & Kernanforderungen:
- Werkstoff- und Ausführungsvorgaben für Stahldrahtseile, Seilendverbindungen (z. B. Aluminium-Pressklemmen, Spleiße) sowie Spanneinrichtungen (z. B. Seilwinzen, Turnbuckles/Spannschrauben).
- Vorschrift zur Prüfung und Belastbarkeit: Festlegung von Sicherheitsfaktoren (z. B. Mindestbruchkraft = 2 x zulässige Zugkraft LC).
- Bestimmung zulässiger Seilkonstruktionen und Seildurchmesser für den Sicherungseinsatz.
- Verpflichtende Kennzeichnung auf dem Metallanhänger (z. B. Angabe der zulässigen Zugkraft LC, Herstellerzeichen, Rückverfolgbarkeitscode).
- Anwendungsbereich & Praxis:
- Zurrdrahtseile bieten eine hohe Schnitt- und Kantenfestigkeit sowie sehr geringe Dehnung.
- Werden primär bei Schwer- und Spezialtransporten, im Holztransport oder zur Direkt- und Kopf-Sicherung von robusten Wirtschaftsgütern eingesetzt.
- Rechtliche Einordnung:
- Gilt in Deutschland als anerkannte Regel der Technik im Sinne des § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO).
- Zurrdrahtseile ohne lesbaren Metallanhänger, mit Litzenbrüchen, Stauchungen, Knicken oder starken Korrosionsschäden gelten als abgelegtreif und dürfen nicht mehr verwendet werden.
DIN EN 12640
Die DIN EN 12640 (Intermodale Ladeeinheiten und Nutzfahrzeuge – Zurrpunkte – Mindestanforderungen und Prüfung) legt die Anordnung, Anzahl, Konstruktion sowie die Mindestbelastbarkeit von Zurrpunkten auf Nutzfahrzeugen, Anhängern und intermodalen Ladeeinheiten fest.
- Inhalt & Kernanforderungen:
- Gilt für Nutzfahrzeuge und den intermodalen Güterverkehr (inklusive Wechselbehälter und Container).
- Vorschrift für die Anordnung & Abstände: Zurrpunkte müssen durchgehend entlang der Ladefläche angebracht sein (in der Regel maximal 1,20 m Abstand voneinander, maximal 0,25 m von der Außenkante).
- Festlegung der Mindestzugkraft (LC in daN):
- Je nach Fahrzeugklasse und zulässiger Gesamtmasse gelten gestaffelte Mindestanforderungen (zum Beispiel 400 daN, 1.000 daN oder 2.000 daN pro Zurrpunkt).
- Berücksichtigt neben klassischen Einzel-Zurrpunkten auch kontinuierliche Sicherungssysteme (zum Beispiel Lochschienen / Außenrahmen-Ausklinkungen).
- Alle Zurrpunkte beziehungsweise Sicherungssysteme müssen klar gekennzeichnet sein (zum Beispiel Angabe der zulässigen Zugkraft LC).
Abgrenzung zur DIN ISO 27956:
- DIN EN 12640: Deckt primär den gewerblichen Güterkraftverkehr auf Pritschenfahrzeugen, Lkw, Anhängern, Sattelanhängern und Wechselbehältern ab.
- DIN ISO 27956: Richtet sich speziell an Kastenwagen und Lieferwagen bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 7,5 Tonnen. Neben Zurrpunkten und Verzurrschienen im Laderaum definiert sie vor allem auch die Prüfanforderungen an die Laderaumtrennwände zum Schutz der Insassen.
DIN EN 12641-1
Die DIN EN 12641-1 (Intermodale Ladeeinheiten und Nutzfahrzeuge – Planen – Teil 1: Mindestanforderungen) legt die Werkstoffeigenschaften, Mindestanforderungen und Prüfverfahren für Schiebe- und Abdeckplanen auf Nutzfahrzeugen und intermodalen Ladeeinheiten fest.
- Inhalt & Kernanforderungen:
- Festlegung der physikalischen Eigenschaften von Planenstoffen (z. B. Reißfestigkeit, Weiterreißfestigkeit, Temperaturbeständigkeit und Witterungsbeständigkeit).
- Bestimmung der Anforderungen an Nahtverbindungen, Ösen, Säume und Befestigungselemente (z. B. Schnallen, Schleudern).
- Regelung der Mindestanforderungen an Planen, die als reine Witterungs- und Sichtschutzabdeckung dienen.
- Bedeutung für die Ladungssicherung:
- Im Gegensatz zu Teil 2 der Norm (Code XL) sind Planen nach DIN EN 12641-1 in der Regel nicht dafür ausgelegt, nennenswerte seitliche Ladungskräfte aufzunehmen.
- Sie dienen primär dem Schutz des Frachtguts vor Witterungseinflüssen (Regen, Wind, Schmutz) sowie dem Verhindern des Herabfallens von leichten, losen Teilen. Die eigentliche Ladungssicherung muss durch eigenständige Maßnahmen (z. B. Niederzurren, Direktzurren oder formschlüssigen Aufbau) erfolgen.
DIN EN 12642
Die DIN EN 12642 (Sicherung von Ladung auf Straßenfahrzeugen – Aufbauten an Nutzfahrzeugen – Mindestanforderungen) legt die Festigkeits- und Prüfanforderungen an Fahrzeugaufbauten (Stirnwände, Seitenwände, Rückwände und Rungen) von Lkw, Anhängern und Sattelanhängern fest.
- Inhalt & Kernanforderungen:
- Unterscheidung von zwei wesentlichen Code-Klassen bezüglich der Aufbaufestigkeit:
- Code L (Standardaufbau): Geringere Aufbaufestigkeit. Der Aufbau dient primär dem Witterungsschutz. Zur Ladungssicherung durch Formschluss dürfen nur geringe Kräfte in die Wände eingeleitet werden; zusätzliche Sicherungsmaßnahmen (z. B. Zurrgurte) sind meist erforderlich.
- Code XL (Verstärkter Aufbau): Hohe geprüfte Aufbaufestigkeit. Der Aufbau (inklusive verstärkter Schiebeplane nach DIN EN 12641-2) kann bei formschlüssiger Beladung erhebliche Ladungskräfte aufnehmen (z. B. Stirnwand 50 %, Rückwand 30 % und Seitenwand 40 % oder 50 % der Nutzlast).
- Festlegung dynamischer (Fahrversuche) und statischer Prüfverfahren zur Zertifizierung der Fahrzeugaufbauten.
- Verpflichtendes Zertifikat und gelbe bzw. silberne Aufbau-Prüfplakette am Fahrzeug zur Dokumentation der zulässigen Belastungswerte.
- Unterscheidung von zwei wesentlichen Code-Klassen bezüglich der Aufbaufestigkeit:
- Bedeutung für die Ladungssicherung:
- Bildet die Grundvoraussetzung für das formschlüssige Laden ohne zusätzliche Zurrmittel.
- Voraussetzung für das Wirksamwerden der Zertifikatskräfte ist stets, dass die Ladung lückenlos und vollflächig formschlüssig an den Aufbau angrenzt oder freie Räume durch geeignete Blockiereinrichtungen ausgefüllt sind und auch jede andere, der im Zertifikat aufgeführten Bedingungen erfüllt sind.
DIN EN 13044
Die Normenreihe DIN EN 13044 (Intermodale Ladeeinheiten – Kennzeichnung) regelt die europaweit einheitliche Kennzeichnung, Codierung und Abmessungsidentifikation von nicht-ISO-konformen Ladeeinheiten (insbesondere Wechselbehältern und kranbaren Sattelanhängern) für den Einsatz im Kombinierten Verkehr (Schiene, Straße, Wasser).
- Aufbau der Normenreihe:
- Teil 1 (DIN EN 13044-1): Kennzeichnungen für die Identifizierung – Definiert den europäischen Eigentümerschlüssel (ILU-Code), analog zum weltweiten BIC-Code bei ISO-Containern nach ISO 6346.
- Teil 2 (DIN EN 13044-2): Kennzeichnungen in Bezug auf Abmessungen und Typen – Regelt die Codierung von Größe, Höchstgewicht und Bauart der Ladeeinheit.
- Teil 3 (DIN EN 13044-3): Kennzeichnungen von Sattelanhängern für den Bahnbetrieb – Bestimmt die Gelbbeschilderung (z. B. Codenummer/Profilnummer) zur Überprüfung der Verladbarkeit auf Taschenwagen im Schienenverkehr.
- Kernpunkte & Anwendung:
- Der ILU-Code: Besteht aus einem vierstelligen Eigentümerschlüssel (endet auf A, B, D, E oder K), einer sechsstelligen Seriennummer und einer Prüfziffer.
- Ermöglicht die automatisierte Erfassung, papierlose Abwicklung und lückenlose Verfolgung (Tracking & Tracing) an Terminals und Güterbahnhöfen.
- Bedeutung für die Ladungssicherung:
- Garantiert die eindeutige Zuordnung der Ladeeinheit zu ihren zulässigen Betriebsparametern (z. B. Gesamtmasse, Abmessungen, Kranbarkeit).
- Bildet die Schnittstelle zur sicheren Verladung und Verriegelung auf Eisenbahngüterwagen und Trägerfahrzeugen.
DIN EN 1432
Die Norm DIN EN 1432 (Wechselbehälter – Wechseltanks – Maße, Anforderungen, Prüfverfahren, Betriebsbedingungen) legt die Bau-, Festigkeits- und Schnittstellenanforderungen für Wechseltanks (Tank-Wechselbehälter / Swap Tanks) im intermodalen Güterverkehr fest.
- Inhalt & Kernanforderungen:
- Festlegung der standardisierten Hauptabmessungen, Eckbeschlag-Abstände sowie Rahmenkonstruktionen für den sicheren Umschlag zwischen Straße und Schiene.
- Vorgaben für die statische und dynamische Festigkeit des Grundrahmens und der Tankbefestigung zur Aufnahme auftretender Transportkräfte.
- Regelung der Schnittstellen zur Verriegelung über Twistlocks oder Verriegelungsbolzen auf Trägerfahrzeugen und Eisenbahngüterwagen.
- Festlegung von Prüfverfahren und Betriebsbedingungen zur Gewährleistung der Dichtigkeit und Bauartfestigkeit.
- Bedeutung für die Ladungssicherung:
- Sichert die formschlüssige und normgerechte Verriegelung des gesamten Tankbehälters auf dem Transportfahrzeug.
- Gewährleistet, dass die durch Flüssigkeitsbewegungen (Schwalleffekte) oder Brems- und Ausweichmanöver entstehenden Dynamikkräfte sicher über den Rahmen in die Verriegelungspunkte eingeleitet werden.
DIN EN 283
Die Norm DIN EN 283 (Wechselbehälter – Prüfung) legt die standardisierten Prüfverfahren und Festigkeitsanforderungen für Wechselbehälter (Swap Bodies) fest, die im Güterkraftverkehr und im Kombinierten Verkehr (Straße/Schiene) eingesetzt werden.
- Inhalt & Kernanforderungen:
- Festlegung von Prüfmethoden zur Verifikation der strukturellen Festigkeit von Wechselbehältern unter statischen und dynamischen Belastungen.
- Prüfszenarien umfassen unter anderem:
- Bodenfestigkeit: Prüfung der Belastbarkeit des Ladebodens (zum Beispiel Befahrbarkeit durch Flurförderzeuge/Gabelstapler).
- Wandfestigkeit: Statische Druckprüfungen an Stirn-, Rück- und Seitenwänden zur Ermittlung der Seiten- und Längsstabilität.
- Umschlag & Stapelbarkeit: Prüfkräfte bei Kranaufnahmen, Greifkantenbelastungen sowie bei der Verriegelung über Twistlocks.
- Bedeutung für die Ladungssicherung:
- Stellt sicher, dass der Wechselbehälter als Laderaumbegrenzung den beim Transport und Umschlag auftretenden Massenkräften standhält.
- Bildet zusammen mit der DIN EN 12642 die technische Grundlage für die Beurteilung, inwieweit ein Wechselbehälter Kräfte bei formschlüssiger Beladung aufnehmen kann.
DIN EN 284
Die Norm DIN EN 284 (Wechselbehälter – Wechselbehälter der Klasse C – Maße und allgemeine Anforderungen) legt die Abmessungen, Kennwerte und Grundanforderungen für Wechselbehälter der Größenklasse C fest, die im Straßengüterverkehr und im Kombinierten Verkehr (Straße/Schiene) eingesetzt werden.
- Inhalt & Kernanforderungen:
- Festlegung der standardisierten Längen- und Breitenmaße für Klasse-C-Wechselbehälter (beispielsweise C 715, C 745, C 782).
- Bestimmung der Positionen und Geometrien der Schnittstellen für Trägerfahrzeuge (zum Beispiel Eckbeschläge/Twistlock-Aufnahmen, Stützbeinsysteme und Tunneleinpressungen).
- Definition der maximal zulässigen Gesamtmassen sowie der Mindestanforderungen an die mechanische Schnittstellenfestigkeit.
- Bedeutung für die Ladungssicherung:
- Stellt die Passgenauigkeit und sichere Verriegelung der Ladeeinheit auf dem Lkw-Chassis, Anhänger oder Eisenbahngüterwagen sicher.
- Bildet die geometrische Grundlage zur Ermittlung des nutzbaren Innenraums für die formschlüssige Güterverladung.
DIN EN 452
Die Norm DIN EN 452 (Wechselbehälter – Wechselbehälter der Klasse A – Maße und allgemeine Anforderungen) legt die Abmessungen, Kennwerte und Bauanforderungen für große Wechselbehälter der Klasse A fest, die im Straßengüterverkehr und im Kombinierten Verkehr (Straße/Schiene) eingesetzt werden.
- Inhalt & Kernanforderungen:
- Festlegung der standardisierten Außen- und Innenabmessungen für lange Wechselbehälter der Größenklasse A (beispielsweise A 1219, A 1250, A 1360 bis 13,60 m Länge).
- Bestimmung der Positionen und Konstruktion der Eckbeschläge (Twistlock-Aufnahmen) für die Verriegelung auf Sattelanhängern und Trägerfahrzeugen.
- Definition der maximal zulässigen Gesamtmassen sowie der Mindestanforderungen an die Festigkeit der Tragrahmen und Befestigungselemente.
- Bedeutung für die Ladungssicherung:
- Gewährleistet die exakte Passgenauigkeit und sichere mechanische Verriegelung der Großraum-Ladeeinheit auf dem Transportfahrzeug.
- Definiert den physischen Rahmen und die statischen Kennwerte zur Planung einer formschlüssigen Laderaumausnutzung bei langen Transportgütern.
DIN 55415
(veröffentlicht 09/2022)
Die Norm DIN 55415 (Verpackung – Prüfverfahren zur Ermittlung der Transportstabilität von Ladeeinheiten) regelt die Testverfahren zur Verifikation der inneren Zusammenhaltungs- und Formstabilität von Ladeeinheiten im intermodalen Güterverkehr (Straße, Schiene, See), um Ladeeinheiten in Transportstabilitätsklassen (TK) einzustufen. Ziel ist die Zertifizierung der Ladungssicherung.
- Inhalt & Prüfverfahren:
- Kipptest (statischer Neigungsversuch): Zentrales Prüfverfahren, bei dem die Ladeeinheit stufenweise geneigt wird, um die bei Fahr- und Ausweichmanövern oder Bremsungen auftretenden Horizontalkräfte (Massenkräfte) statisch zu simulieren.
- Ergänzende dynamische Fahr- und Verzögerungsprüfungen zur Nachbildung realer Beschleunigungswerte.
- Einstufung der geprüften Einheiten in spezifische Transportstabilitätsklassen (TK).
- Zertifizierung: Ladeeinheiten werden basierend auf ihrer Stabilität in Klassen eingeteilt
- TK 1 – größer als 1,0 g
- TK 2 – 0,8 bis 1,0 g
- TK 3 – 0,5 bis 0,8 g
- TK 4 – 0,3 bis 0,5 g
- TK 5 – 0,18 bis 0,3 g
- Zertifizierung: Ladeeinheiten werden basierend auf ihrer Stabilität in Klassen eingeteilt
- Bedeutung für die Ladungssicherung:
- Status als geschlossenes Packstück: Der Nachweis nach DIN 55415 entscheidet darüber, ob eine Palette als eine einzelne, in sich stabile Ladeeinheit gesichert werden darf. Erfüllt sie die Anforderungen nicht, müssen alle Einzelbestandteile (Kartons, Gebinde, Sackware) separat oder durch zusätzliche Maßnahmen gesichert werden.
- Voraussetzung für Form- und Kraftschluss: Nur eine transportstabile Ladeeinheit kann Sicherungskräfte (z. B. durch Niederzurren oder Abstützung an der Stirnwand) aufnehmen, ohne in sich zu kollabieren, zu verschieben oder zu deformieren.
- Bildet die Nachweisgrundlage zur rechtssicheren Zertifizierung der Ladeeinheitenstabilität durch Verpackungshersteller und Verlader.
Unterschiede: Im Vergleich zur EUMOS 40509 bietet die DIN 55415 einen einheitlichen Prüfbericht und eine spezifische Klassifizierung.

Direktzurrung
Die Direktzurrung (auch Verzurrung oder Schräg-/Diagonalzurren) ist ein Verfahren der Ladungssicherung, bei dem die Sicherungskräfte direkt über die Zugfestigkeit der Zurrmittel aufgenommen werden.. Im Gegensatz zum Niederzurren werden die Zurrmittel (z. B. Zurrgurte, Zurrketten) direkt zwischen den Anschlagpunkten der Ladung und den Zurrpunkten des Transportfahrzeugs fest gespannt, um das Verrutschen und/oder Kippen der Ladung primär durch das Aufnehmen von Massenkräften zu verhindern.
- Funktionsprinzip & Varianten:
- Diagonalzurren: Zurrmittel werden über Kreuz in x- und y-Richtung angebracht, um Kräften in Längs- und Querrichtung entgegenzuwirken.
- Schrägzurren: Zurrmittel werden parallel zueinander, aber schräg nach oben in eine Hauptwirkrichtung gespannt.
- Kopflasching / Schlingenverzurrung: Erzeugung eines künstlichen Formschlusses an der Ladungsfront oder -rückseite mittels Umreifungs- oder Bucht – zurrung.
- Berechnung & Kennwerte:
- Maßgeblich ist die Zulässige Zugkraft (LC – Lashing Capacity) des Zurrmittels, nicht die Vorspannkraft (STF).
- Die erforderliche Sicherungskraft hängt vom Vertikalwinkel α (Alpha) und dem Horizontalwinkel β (Beta) ab (gemäß DIN EN 12195-1 und VDI 2700).
- Bedeutung für die Praxis:
- Bietet bei schweren Lasten (z. B. Maschinen, Bauteilen, Containern) eine wesentlich effizientere und sicherere Fixierung als das Niederzurren.
- Reduziert die erforderliche Anzahl an Zurrmitteln drastisch, da die Zugfestigkeit des Materials direkt zur Aufnahme der Trägheitskräfte genutzt wird.
- Nebeneffekte:
- Reiner Formschluss (Direkte Blockierung): Die Zurrmittel nehmen die Trägheitskräfte der Ladung beim Bremsen oder bei Kurvenfahrt direkt über Zugspannung auf. Sie wirken wie eine künstliche, flexible Wand. Das ist die primäre Wirkungsweise.
- Kraftschlüssige Komponente (Vertikalanteil): Da fest vorgespannte Zurrmittel beim Direktzurren fast immer in einem Vertikalwinkel α (> 0°) angeschlagen werden, erzeugt die Zugkraft im Zurrmittel automatisch auch eine nach unten gerichtete Kraftkomponente. Diese erhöht die Anpresskraft der Ladung auf die Ladefläche und verstärkt somit zusätzlich die Reibungskraft (FR = µ · FN) – genau wie beim klassischen Niederzurren (Kraftschluss).
Daher wird die Direktzurrung in der Fachliteratur und den gängigen Regelwerken (wie der VDI 2700 oder DIN EN 12195-1) als Verfahren eingeordnet, das primär formschlüssig wirkt. Durch den Vertikalwinkel ist aber stets auch eine kraftschlüssige Komponente beinhaltet, die rechnerisch unbeachtlich bleibt.









