März 2020

Und der Haifisch, der hat Zähne und die trägt er im Gesicht …

Abbildung 1 [Hans Steinbusch ]

… und der Mackie trägt ein Messer, doch das Messer sieht man nicht – so auch dieser Container. Eigentlich tragen solche Container Schüttgüter, aber …

Abbildung 2 [Hans Steinbusch ]

Dieser Container trägt Palettenladung und zwar Pflastersteine und die sieht man nicht. Wie unschwer zu erkennen, sind Ladungssicherungsmaßnahmen Fehlanzeige.

Abbildung 3 [Hans Steinbusch ]

Der Gliedermaßstab zeigt uns, dass die Ladelücken zur Seite größer 60 cm sind.

Abbildung 4 [Hans Steinbusch ]

Auf Abbildung 4 sehen wir, dass auch die Ladelücken auf der linken Seite in Fahrtrichtung nicht fehlen.

Abbildung 5 [Hans Steinbusch ]

Die Spuren am Container weisen eindeutig darauf hin, dass dieser Container primär zum Transport von Schüttgütern „bestimmungsgemäß“ genutzt wird. Die Ladungsreste beweisen dies zum einen und zum anderen geben sie einen exzellenten Hinweis bezüglich der Reibbeiwerte. Holzpalletten auf sandigen Stahlladeflächen können Reibbeiwerte zwischen 10 und 20% erreichen und damit ist die Ladungssicherung zur Seite durchaus eine Herausforderung.

Abbildung 6 [Hans Steinbusch ]

Auch in Längsrichtung weisen die Paletten zueinander durchaus veritable Lücken auf, die sich im Falle einer Vollbremsung alle mehr oder weniger gleichzeitig schließen, um dem Fahrzeug nach dem Stillstand nochmals eine Beschleunigung von Seiten der Ladung zu bescheren. Ob die Sicherung des Abrollcontainers derartige Stöße und Schläge aushalten wird, können wir nicht beurteilen. Was wir beurteilen können ist, dass derartige Lücken geschlossen werden müssen, um eine ordentliche Ladungssicherung herbeizuführen.

Abbildung 7 [Hans Steinbusch ]

Auf der Abbildung 7 sind die Ladungssicherungsmaßnahmen, die nach der Kontrolle durchgeführt wurden, zu bewundern. Positiv zu bemerken ist, dass dieser Container tatsächlich über Ladungssicherungspunkte verfügt – eine Seltenheit bei Schüttgutcontainern. Auf der Abbildung 2 ist einer dieser Ladungssicherungspunkte rechts unten auf der Ladefläche zu erkennen.

Da die Ladungssicherungspunkte für eine ordnungsgemäße Ladungssicherung wahrscheinlich nicht ausgereicht haben, um jede Palette einzeln niederzuzurren, hat man sich mit senkrecht gestellten Paletten neben den Ladungspaletten beholfen. Dadurch wurden fast immer 2 Paletten von den Ladungssicherungsmaßnahmen erfasst. Dass man sich bei der Vorspannung ordentlich Mühe gegeben hat, sieht man unschwer an den verbogenen Brettern der seitlich hochkant gestellten Paletten (wie lange wird diese Vorspannung halten?). Die Ladungspaletten selbst werden von einer Vertikalkomponente überhaupt nicht beaufschlagt, sehr wohl aber über die diagonale Wirkung dieser kreuzweise übergelegten Gurte seitlich gehalten. Nach vorne besteht Formschluss, nur leider waren zwischen den Paletten – wie auf Abbildung 6 zu sehen – Ladelücken zu erkennen. Darüber, dass diese Ladungssicherung ausschließlich ein Notbehelf sein kann, sind wir uns sicherlich sehr einig.

Ladungssicherung:

Wie können solche Pflastersteinpaletten gut und sicher auf einem derartigen Abrollcontainer gesichert werden? Die Ladefläche wird blitzsauber gefegt. Unter die Paletten werden RH-Matten gelegt und zwar so, dass die Paletten reibungstechnisch von der Ladefläche komplett getrennt sind. Für die Mindestsicherung sorgen Niederzurrungen. Da dieser Container daran leidet, dass er zu wenig Ladungssicherungspunkte aufweist, müssen lange Kantenschutzwinkel (sehr stabile Hohlprofile, oder vergleichbares) aufgelegt werden, die sicherstellen, dass auch diese Palette gehalten werden, die nicht von der Mindestsicherung der Gurte erreicht werden.

Noch eine Idee zur Verbesserung:

Wenn so ein Abrollcontainer schon Ladungssicherungspunkte hat, dann sollten es doch so viele sein, dass möglichst jede Palette entsprechend niedergezurrt werden kann, denn derartige Container werden im Baugewerbe gerne mal zum Transport von Baustoffen, Paletten und dgl. genutzt, auch wenn man die Ladung wegen der geschlossenen Containertüren nicht sieht.

Weitere Hinweise sind in der VDI-Richtlinie 2700, Blatt 10.3 zu finden. Hier erhalten Verlader/Fahrer gute und bebilderte Hinweise, wie man paketierte Betonwaren sicher verlädt.

Die Ladungssicherungskolumnisten wünschen allzeit ladungssichere Fahrt!

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