Schrott macht Schrott

Kleine Bremsung, große Wirkung. Es ist, wie täglich, irgendwo auf einer deutschen Autobahn. Der Verkehr verdichtet sich im Berufsverkehr, in Baustellenbereichen und aus anderen Gründen. Wie eine Untersuchung der Bertelsmannstiftung ergeben hat, verbringt jeder Fahrzeugführer im Jahr etwa 41 Stunden bei der Parkplatzsuche.

Sicherlich wesentlich höher ist die Zeit, die man in einem Stau verweilt. Und überall dort, wo sich ein Stau befindet, ist auch ein Stauende.

Das ist für die Verkehrssicherheit nicht weiter schlimm, wenn jeder, der ein Fahrzeug lenkt auch aufmerksam ist und genügend Abstand zum Vordermann hält.

Erst, wenn ein Fahrer zu nah auffährt und ihn das Stauende überrascht, dann kann es gefährlich werden. Es wird eine Vollbremsung durchgeführt, und dann kommt man hinter dem vorausfahrenden Fahrzeug zum Stehen, oder man fährt auf diesen auf.

Jetzt kommt, insbesondere bei Nutzfahrzeugen, ein weiteres Problem hinzu. Es wird Ladung transportiert, welche sich genauso schnell bewegt, wie das Fahrzeug auf dem sie aufgeladen ist. Wenn sie vorschriftsmäßig gesichert ist, dann gibt es von dieser Seite nichts zu befürchten. Ist sie aber schlecht, oder gar nicht gesichert, dann zeigt sie, wie träge sie ist. Sie will genau das weitermachen, was sie gerade tut, nämlich die gerade gefahrene Geschwindigkeit beibehalten.

So auch zu sehen auf diesem Foto des Monats.

Abbildung 1 [Peter Hemmers]

Ein Lastkraftwagen mit Anhänger und austauschbaren Ladungsträgern (hier: Abrollbehälter) befährt die Autobahn. Die Ladung in den Behältern besteht aus Stahlschrott in verschiedenen Größen.

An einem Stauende muss der Fahrer etwas stärker abbremsen.

Die ungesicherte Ladung auf dem Anhänger rutscht nach vorn und zerstört zunächst die Verriegelung der Türen, stürzt dann teilweise auf die Fahrbahn und rutscht dort noch mehr als 50 m weiter, bis die innewohnende Bewegungsenergie restlos durch Reibung auf der Fahrbahn in Wärme bez. in verformende Energie umgewandelt wurde.

Abbildung 2 [Peter Hemmers]

Weitere Stahlteile zerstören die Deichsel des Anhängers und die Versorgungsleitungen. Der Schrott bleibt darauf liegen.

Abbildung 3 [Peter Hemmers]
Abbildung 4 [Peter Hemmers]

Fazit: Großer Schaden am Fahrzeug und Riefen in der Fahrbahn. Zum Glück wurden andere Verkehrsteilnehmer nicht geschädigt.

Abbildung 5 [Peter Hemmers]

Wie wurden die Stahlgussteile geladen?

Sie lagen lose auf dem Stahlboden im Abrollbehälter. Der Boden war leicht verdreckt, was für einen geringen Reibbeiwert sorgte. Einen Formschluss gab es in keine Richtung. Die Teile waren ansonsten ungesichert.

Bei einer Ausweichlenkung wäre die Ladung seitlich verrutscht, was zu einem Aufschaukeln des Fahrzeuges hätte führen können, was unkontrollierte Folgen, bis hin zum Umstürzen des Fahrzeuggespannes haben kann.

Abbildung 6 [Peter Hemmers]

Wie kann man eine solche Ladung sicher transportieren?

Abrollbehälter sind in der Regel nicht mit Zurrpunkte versehen, sodass eine Direktsicherung oder ein Niederzurren nicht in Frage kommen.

Bleibt hier nur eine formschlüssige Verladung. Dies setzt voraus, dass die Ladung lückenlos und sorgfältig auf der Ladefläche verteilt wird. Ein Verladen in Form von "loser Schüttung" muss unbedingt vermieden werden. Nur dann ist ein gefahrloser Transport gewährleitet.

Ihre Ladungssicherungskolumnisten wünschen allzeit eine sichere Fahrt!

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