Weihnachtsspecial 2017

Weihnachtsspecial 1 - Tanzende Big Bags

Abbildung 1 [André Brussel]

Big Bags sind Großsäcke, in denen schütt- und rieselfähiges Material transportiert wird. Es gibt Menschen die vertreten die Ansicht, dass diese Säcke durch Niederzurrungen gesichert werden können. Vielleicht gibt es solches Gut, wer weiß?? Diese Frage stellt sich bei diesem Beispiel aber gar nicht. Diese Säcke waren einfach nicht gesichert und Punkt. Die Plane ausgebeult, die Säcke lehnen sich wie betrunken an der nächst besten Möglichkeit an und sollten noch in den Seeverkehr gehen. Na dann mal gute Reise.

Abbildung 2 [André Brussel]
Abbildung 3 [André Brussel]

Weihnachts-Special 2 - Ein Loch ist im Eimer oh Henry oh Henry ….

Abbildung 1 [Albert Reich]

Ein LKW mit offener Pritsche fuhr an einem Polizeiauto vorbei. Auf der Pritsche war ein blaues Fass zu erkennen, welches augenscheinlich nicht gesichert war. Der LKW konnte nach längerer Hinterherfahrt angehalten und kontrolliert werden. Schon kurz nach Kontrollbeginn machte sich starker Diesel-/Heizölgeruch breit. Linksseitig tropfte Diesel-/Heizöl von der Ladefläche.

Abbildung 2 [Albert Reich]

Es wurde folgende Ladung transportiert:

Drei stehende Metallfässer mit einem Fassungsvermögen von je 200 Liter, alle geschätzt annähernd voll.

Ein liegendes Plastikfass mit einem Fassungsvermögen von ebenfalls je 200 Liter, geschätzt zur Hälfte befüllt.

Drei Plastikkanister mit einem Fassungsvermögen von je 20 Litern, geschätzt zu ¾ gefüllt mit Diesel.

Abbildung 3 [Albert Reich]

Des Weiteren wurde festgestellt, dass der ursprüngliche Siebdruckboden der Ladefläche zu 2/3 im hinteren Bereich mit 4 Reihen massiven Steinplatten belegt war, um die Achslast zu erhöhen. Linksseitig waren stellenweise 5 Reihen verlegt jedoch ohne Formschluss nach vorne. Ganz links wurde vermutlich in Ermangelung weiterer Steinplatten eine sich auflösende Styroporplatten gelegt, um den Höhenunterschied zu nivellieren, was von einer gewissen Gewissenhaftigkeit zeugt. Diese Steinplatten wiederrum waren abgedeckt mit alten, verschmutzten Gummiförderbändern. Hinzu kam lose verteiltes Stroh.

Abbildung 4 [Albert Reich]

Arten der Ladungssicherung:

2 der 3 Fässer hatten Formschluss zur Stirnwand rechtsseitig und dadurch auch Formschluss nach rechts. Nach links und nach hinten war keine Sicherung vorhanden. Das 3. Fass stand frei stehend auf der Ladefläche. Das Fass stand auf den bereits erwähnten alten Gummiförderbändern. In Fahrtrichtung gesehen lag direkt vor dem Fass völlig sinn- und wirkungslos ein Kantholz quer. Zwischen dem 3. Fass und den zwei an der Stirnwand stehenden Fässern standen wild durcheinander die 3 Kunststoffkanister. Es bestand zu keiner Seite Formschluss.

Links auf der Ladefläche lag quer zur Fahrtrichtung das o.a. Plastikfass. Zum Kontrollzeitpunkt bestand tatsächlich Formschluss nach vorne. Dies war aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dem Anhaltevorgang und der daraus resultierenden Beschleunigung nach vorne geschuldet. Es bestand nämlich keinerlei Sicherung des Fasses gegen Rollen. Das Fass war mit Dieseltreibstoff benetzt. Bei diesem Fass war eine seitliche Öffnung im "Bauch" des Fasses, in Ermangelung des Originalverschlusses mit einem Lappen mehr schlecht als recht "zugestopft". Durch Rollbewegungen und dem "undichten Ersatzverschluss" gelangte der Fassinhalt Schluckweise nach draußen, verschmierte die Ladefläche und tropfte linksseitig von der Ladefläche.

Mitgeführtes Ladungssicherungsmaterial:

2 Zurrgurte

1 Kantholz

Weihnachts-Special 3 - Autotransporter

Abbildung 1 [Jens F. Kraft]

Neulich auf der A1 Richtung Norden ... Es wurde ein Kinderkraftwagen (KKW) transportiert!! Eine typische Vorwärtsverladung. Die Feststellbremse war nicht betätigt worden, es handelt sich um rollende , ungebremste Ladung, bei der die gefederte Masse durch eine Niederzurrung gesichert war. Radvorleger Fehlanzeige, 3-Punkt Zurrgurte dito und der Zurrwinkel ist eine echte Katastrophe….;-)

Weihnachts-Special 4 - Weihnachten in Königsberg

Abbildung 1 [Wolfgang Jaspers]

Alle Jahre wieder, kommt der Weihnachtsbaum. Hier steht er vor der Kirche und muss mit Lichtern und eventuell weiterem Schmuck versorgt werden.

Zuvor, der Fotograf saß noch beim Frühstück, wurde es dunkel vor dem Restaurantfenster. Ein Sattelkraftfahrzeug mit einer geladenen Tanne kam vorbei.

Abbildung 2 [Manfred Sommer]
Abbildung 3 [Manfred Sommer]

Genau diese Tanne, die jetzt vor der Kirche steht.

Wo konnte das beobachtet werden? In der Geburtsstadt des Königsberger Ladungssicherungskreises.

Im Weihnachtsspecial 2010 und 2014 hatten wir ähnliche Transporte. Jedes Jahr werden sie wieder gesichtet. Die Transporte, die für die Weihnachtsmärkte die Große Tanne bringen. Auch dieses Jahr wurde wieder eine beobachtet, siehe oben.

Wie üblich bei solchen "Gefälligkeitsfahrten" wurden die Verkehrsvorschriften über Breite und Ladungssicherung missachtet.
Ausnahmegenehmigungen: Fehlanzeige

Weihnachts-Special 5 - Bäume im Container

Abbildung 1 [Wolfgang Jaspers]

Leider ist diese Art der Verladung schon Gang und Gäbe geworden. Durch die mehrfache Sattellage der Baumstämme entstehen Spreitzkräfte, die zusätzlich zum Ladungsgewicht auf die Seitenwände des Containers wirken. Das kann auf See zu unangenehmen Kräfteadditionen führen. Sicherung in Längsrichtung? Fehlanzeige! Sicherung in seitlicher Richtung? Auch Fehlanzeige! So kann man einen Container auch recht schnell kaputt bekommen. Früher wurde derart rustikale Ladung auf Flat Racks gefahren, die über kräftige Rungen verfügten. Einen Sicherung war zu dieser Zeit auch noch zu sehen. Das Pikante an dieser Verladung ist, dass diese Container direkt in deutschen und europäischen Wäldern vorwiegend mit Buchenholz beladen und in das Reich der Mitte transportiert werden. Dort werden Möbel daraus gefertigt etc. Soweit so gut. Wird aber aus dem gleichen Wald ein Baum zu Brettern verarbeitet, müssen diese Bretter nach IPPC entweder Wärme- oder chemisch behandelt werden, damit keine Schädlinge mit exportiert werden.

In dem hier zu sehenden Container können sich ganze Ameisenvölker verstecken, oder sogar Igel im Winterschlaf, das scheint keinen großen und keinen kleinen Geist zu stören. Wenn man jetzt spitzfindig wäre, könnte man konstatieren, dass es sich bei dieser Vorgehensweise um eine gewisse Inkonsequenz handelt. Aber so kurz vor Weihnachten, und die Ladungssicherungskolumnisten sind allesamt christlich sozialisiert worden, lassen wir solche Kleinigkeiten unter den Tisch fallen.

Aber wenn mal wieder ein Container auf hoher See im schlechten Wetter seinen Dienst versagt, dann haben wir ein gewisses Verständnis dafür, denn er wurde wahrscheinlich in irgendeinem deutschen oder europäischen Wald traumatisiert wie diese grüne Kiste hier.

Weihnachts-Special 6 - Schrott

Abbildung 1 [Dieter Frantzen]

Ohne Worte!!!

Weihnachts-Special 7 - Schachtrohre

Abbildung 1 [Peter Prätorius]

Auf den ersten Blick eine schmucke Beladung und Sicherung.

Abbildung 2 [Peter Prätorius]

Auch von der linken Seite macht diese Verladung einen guten Eindruck.

Abbildung 3 [Peter Prätorius]

Wenn wir dann näherkommen, dann fällt doch das eine oder das andere auf. der Gurt vorne um das Schachtteil ist lose, die Unterleger haben ein rechteckiges Format, was wir ausdrücklich sehr lobenswert erwähnen wollen! Bravo!! RH-Matten zieren die Hölzer von Oben und auch direkt auf der Ladefläche. Sehr gut! Nur die Keile sind mal wieder falsch geschnitten. Schade!!

Abbildung 4 [Peter Prätorius]

Bei dem Betonring haben wohl die aufgenagelten Keile gestört. Kein Problem, dann wurden eben die Hölzer schlicht um 90° gedreht. Jetzt liegen sie hochkant…toll!! Auch sonst ist diese Bild ein Suchbild für alle Ladungssicherungsexperten, oder für die die es werden wollen. Wir sagen nur Ratsche, Keile, Palette…

Abbildung 5 [Peter Prätorius]

Hier wird es interessant. Leider kennen wir die Masse des Rohres nicht. Es ist mit 4 falsch geschnittenen Keilen auf einen Palette "gesichert" und wahrscheinlich mit einen Kunststoffband niedergezurrt. Zusätzlich finden wir noch einen Gurt, auch als Niederzurrung. Sollte es sich bei dieser Röhre um Beton handeln, ist diese Sicherung unzureichend.

Abbildung 6 [Peter Prätorius]

Vorbildlich war die Nutzung von RH-Material. Guter Zustand, und es fand unter und über dem Holzunterleger Verwendung.

Wer sich so viel Mühe bei der Ladungssicherung gibt, müsste eigentlich nur noch einen guten Ladungssicherungskurs besuchen um bestimmte Denkfehler nicht mehr zu machen, dann wäre alles gut.

Weihnachts-Special 8 - Autotransporter II

Abbildung 1 [Guido Heuken]

Diese Eleganz mit der hier diese hochwertigen Fahrzeuge mit viel Geschick auf dem Anhänger positioniert wurden, das hat schon was. Die Gurtführung, sowie die gewählten Positionen bergen ein gewisses Überraschungsmoment mit betörender Ausstrahlung in sich. Wir sind entzückt.

Abbildung 2 [Guido Heuken]

Weihnachts-Special 9 - Kaminholz

Abbildung 1 [Martin Menzinger]

Nicht, dass es etwas Besonderes wäre Kaminholz in lausigen Ladeeinheiten durch die Gegend zu transportieren, nein die Position des Holzes ist von Interesse. Hier stehen nach einer Teilentladung 12 Ladeeinheiten Kaminholz ganz hinten auf einem Trailer. Der Raummeter Kaminholz gespalten bringt zwischen 600 und 700 kg auf die Waage. Wenn wir von einem Maß der Ladeeinheiten von 800x 1200 x 1000 ausgehen, dann hat jede Ladeeinheit eine Masse zwischen 576 und 672 kg. Somit stehen auf diesem Trailer zwischen 6,9 und 8t mit einen Gesamtschwerpunkt, der deutlich hinter dem letzten Achsaggregat liegt. Bei leichterem Holz natürlich weniger, die Werte sind nur angenommen.

Abbildung 2 [Martin Menzinger]

Wer als Kind schon einmal mit einem Erwachsenen auf einer Wippe gesessen hat und in der Luft "verhungert" ist , der weiß was durch diese Lastverteilung passieren kann!

Weihnachts-Special 10 - Kommunal Orange

Abbildung 1 [Holger Reiff]

Die Fahrer von kommunal orangen Fahrzeugen sind nicht immer zu beneiden, denn sie haben sehr vielschichtige Ladungen, die von Straßenlaternenmasten, über Schachtringe und Gullydeckeln bis hin zu Kabeltrommeln reichen. Der Erfindungsreichtum und der Kreativität bei der Ladungssicherung sind da offensichtlich kaum Grenzen gesetzt. Die kommunal orangene Farbe schützt zwar manchmal vor allzu genauen Kontrollen, denn immerhin arbeitet man ja für die gleiche Firma (Vater Staat), aber mitunter haut es dem besagten Fass doch mal den Boden raus. Diese Kabeltrommel ziert ein sehr kreativ eingesetzter Gurt. Ansonsten wird sie durch den so oft zitierten "Siemens Lufthaken" gesichert. Was man so hört, soll die Produktion dieser speziellen Hacken aber im Rahmen der Restrukturierungsmaßnahmen im Hause Siemens eingestellt werden. Wir als Ladungssicherungskolumnisten sind dem Hause Siemens für diese Sparmaßnahme recht dankbar  ;-)

Weihnachts-Special 11 - Dachsteine

An dieser Stelle danken wir André Brussel besonders, denn er fährt mit offenen Augen durch die Landschaft und hat uns schon viele Bilder des Monats zugesandt, die es in sich hatten. Hier ist wieder ein Bild, das uns ins Grübeln gebracht hat. Wir haben inzwischen gelernt, dass man gute Ladeeinheiten mit Schrumpffolie herstellen kann, wir wissen auch, dass man Ladeeinheiten, auch wenn sie schwer sind, mit Niederzurrungen sichern kann, aber uns überkommt ein heftiges Unwohlsein, wenn wir so etwas sehen müssen. Kein Formschluss nach vorne, kein RH-Material, keine Kantenschutzwinkel, die den Druck der Gurte gleichmäßig auf die Ladeeinheiten verteilen, stattdessen können sich die Gurte nach Belieben in die Ladeeinheiten einarbeiten, bis sie ihre Vorspannung gänzlich verloren haben und als besonderes Kunstwerk empfinden wir die in der zweiten Lage balancierten Palletten. Wie so häufig wenn Herr Brussel uns Bilder zur Verfügung stellt, soll dieser Trailer noch auf eine Fähre, da bleibt uns nur ein Kopfschütteln.

Abbildung 1 [André Brussel]
Abbildung 2 [André Brussel]

© KLSK e.V.