Foto des Monats - Dezember 2025
RUNGEN – eine Mogelpackung?
Der geneigte Leser mag es uns verzeihen, anders als bei den bisherigen Bildern des Monats, haben wir uns diesen Monat einer speziellen Thematik und nicht einem Einzelfall verschrieben.
Anwender stehen oft vor der Frage - halten Rungen überhaupt, was wir uns davon erhoffen?
Es gibt viele offene Fragen. Wie die meisten Anwender sind auch wir auf der Suche nach Antworten.
Die Anwender können ein Lied davon singen - es ist leider viel zu oft ein vergebliches Suchen!
Hier der Versuch einer kritischen Analyse.
Rungen werden unter anderem beim Stahltransport eingesetzt. Man erhofft sich ein Blockieren der Ladung nach vorne, wo die größten Kräfte auftreten. Beim Holztransport werden sie zum Blockieren zu den Seiten eingesetzt.
Wir finden sie in den unterschiedlichsten Formen: quadratisch, rechteckig, rund und sogar teleskopisch.
Der Markt bietet uns zertifizierte und nicht zertifizierte Rungen an. Sie können ferner verstärkt, oder nicht verstärkt angeboten werden.
In diesem Artikel möchten wir jedoch etwas genauer hinschauen. Mit der vagen und leichtfertigen Aussage „das hält“ werden wir in einer seriösen Berechnung nicht sehr weit kommen.
Diese letzten Sätze genügen bereits, um uns viele noch offene Fragen zu stellen.
Als anwendbare Normen kommen EUMOS 50411 und VDI 2700 Bl. 3.2 in Betracht, wobei beide besonders zu betrachten sind.
Nach unserer Kenntnis wird EUMOS in Deutschland nicht als normensetzendes Institut anerkannt.
Die VDI-Richtlinie gilt in Deutschland, als anerkannte Regel der Technik, liegt derzeit jedoch erst als Entwurf vor.
Da die erhaltenen Auskünfte größtenteils unbefriedigend bis irreführend sind, oder gänzlich fehlten, haben wir uns bewusst dafür entschieden, hier keine Hersteller zu nennen.
Wie zu erwarten, sind natürlich die Belastungswerte in Höhe der Rungentasche am höchsten.
Werden jedoch die Kräfte höher eingeführt, sinken diese Werte rapide nach unten.
Generell kann man sagen, dass diese Werte (BC) in 1 Meter Höhe, bei den meisten Herstellern unter 1.000 daN liegen und somit die Erwartungen bei weitem nicht erfüllen.
Verbesserungsvorschläge :
Offensichtlich ist einigen Hersteller nun doch bewusst geworden, dass die Rungen, bzw. ihre schwachen Belastungswerte, unbedingt verbessert werden müssen.
Damit sind die am Markt angebotenen Rungenverstärkungen willkommen.
Man findet sie in mehreren Varianten. Sie werden entweder mit Querstreben verstärkt oder es besteht die Möglichkeit, dass eine oder mehrere Kopfschlingen angebracht werden können.
Fazit
Beim Blockieren der Ladung mittels Einsatz von Rungen, ohne dass die einleitbaren Kräfte bekannt sind, ist höchste Vorsicht geboten. Auf ein Belastungsdiagramm oder eine ähnlich genaue Angabe der Belastung sollte keinesfalls verzichtet werden.
Insbesondere beim Transport von schmalen Spaltbändern ist vom Gebrauch von nicht zusätzlich verstärkten Rungen dringendst abzuraten.
Diese Spaltbänder sollten ferner miteinander gebündelt sein, um eine Kippgefahr zu minimieren.
Der Einsatz von Rungenverstärkungen (Querstreben und/oder Kopfschlinge) ist zu empfehlen.
Einen ladungssicheren Dezember wünschen Ihre Ladungssicherungskolumnisten.