Oktober 2011

Fest steht, dass nichts feststeht

 

Glück gehabt, Fahrzeug am Ziel!

 

 

Man muss kein Hellseher sein um zu erkennen, dass bei dieser Ladung so einiges nicht in Ordnung ist.

Wenn nicht die Bundespolizei dieses Fahrzeug entdeckt hätte, dann wäre es dem Leser dieser Kolumne für immer verborgen geblieben.

Abbildung 1 [Ralf Walter]

 

 

Auf dieses Fahrzeug der Arbeitsgemeinschaft VW-MAN wurde Schalungsmaterial geladen. Bei einem Fahrzeugleergewicht von etwa 4.100kg durften nicht ganz 3.400kg zugeladen werden. Ob diese Nutzlast eingehalten oder überschritten wurde, ist im Nachhinein nicht mehr festzustellen.

Das Ladegut bestand, soweit erkennbar aus Schaltafeln und Schalungsträgern (Dokas).

 

 

Abbildung 2 [Ralf Walter]

 

So, wie es aussieht wurden die Schalungstafeln, genauso, wie die Dokas nicht zu Ladeeinheiten zusammengebunden, sondern einfach auf das Fahrzeug aufgeladen.

Lediglich zwei Zurrgurte wurden verwendet, um die Ladung niederzuzurren. Dieser Versuch scheiterte kläglich.

Es wird schon sehr schwierig gewesen sein, die Tafeln übereinander zu stapeln, ohne das sie vor der Abfahrt verrutschten. Das gleiche gilt für die Doppel-T-Hölzer.

 

 

Abbildung 3 [Ralf Walter]

 

 

Auf der Abbildung 3 ist sehr gut zu erkennen, dass der Stapel in sich zusammen gebrochen ist und die Hölzer nach rechts gekippt sind.

 

 

 

Abbildung 4 [Ralf Walter]

 

 

Die Abbildung 3, 4 und 5 zeigen deutlich den daraus resultierenden Überhang nach rechts. Sogar die Bordwand ist ein wenig nach außen gebogen.

Das dieses Fahrzeug ans Ziel gekommen ist, ohne Ladung zu verlieren, ist schon mehr als ein Wunder. Der Fahrer darf sich bedanken, dass er nur ein Bußgeld bezahlen muss und sich nicht für eine Straftat (fahrlässige Körperverletzung, fahrlässige Tötung.....) verantworten muss.

Warum kommt es zu solch einer Handlung?

- Zeitdruck ?

- Unwissen ?

- Gedankenlosigkeit ?

Oder ist es einfach nur maßlose Dummheit, ein so beladenes Fahrzeug in den öffentlichen Verkehrsraum zu bringen? Sicherlich ist von jedem etwas dabei.

 

 

Jeder stelle sich nur einmal vor, dass der Fahrer plötzlich bremsen oder ausweichen muss. Das es dann unweigerlich zu einem Ladungsverlust kommen muss, dafür steht die Physik gerade.

 

Abbildung 5 [Ralf Walter]

 

 

Wie kann man eine solche Ladung transportieren, ohne in die Gefahr eines Ladungsverlustes oder einer Ladungsverschiebung zu kommen?

 

 

Es ist ganz einfach!

 

 

Schon beim Stapeln der Ladung auf der Baustelle oder im Lager müssen Ladeeinheiten gebildet werden. Dies kann geschehen mit Sygnodebändern aus Stahl oder auch mit einteiligen Zurrgurten. Damit werden die Schaltafeln, genauso wie die Holzträger so fest zusammengebunden, dass einzelne Hölzer oder Tafeln nicht herausrutschen können.

 

 

Danach werden die dann entstanden Pakete so auf das Fahrzeug aufgebracht, dass zum Einen die zulässige Nutzlast nicht überschritten ist und zum Anderen der Lastverteilungsplan eingehalten wird.

Die Sicherung auf der Ladefläche ist nicht mehr schwer. Mit Zurrgurten werden Schlingen angelegt, die ein Verrutschen nach allen Seiten verhindern.

Wie die Zurrmittel angelegt werden können, zeigen die nachfolgenden Skizzen:

 

Abbildung 6

 

 

Hier werden z.B. die links stehenden Doka-Träger mit zwei Zurrgurten umreift und dann (unter den rechts stehenden Schaltafeln) rechts in den Zurrpunkten befestigt.

Umgekehrt werden die rechts stehenden Schaltafeln umreift und dann links unten den Trägern durch auf der linken Fahrzeugseite festgemacht.

Auf den Abbildungen 7 und 8 sieht man, das für die Sicherung nach vorn und nach hinten je ein Kopflashing eingerichtet wurde.

Die schwarzen Linien sollen die Ladeeinheitenbildung darstellen.

Auf der Abbildung 7 sind zwei Schlingen (orangefarben) für die Sicherung nach links zu sehen.

Abbildung 7

 

Auf der Abbildung 8 sieht man zwei Schlingen (rot) für die Sicherung nach rechts.

 

 

 

Abbildung 8

 

 

Dem Fahrer und eventuell auch dem Beifahrer sei die Kontrolle eine Lehre. Vielleicht wurden ihnen die Gefahren deutlich genug dargestellt, damit es keine Wiederholung gibt!

© KLSK e.V.