Mai 2004

Purzelnder Bagger

Abbildung 1

 

Auch konisches Langmaterial muss ordentlich gesichert werden:

Tatort: Polizeikontrolle auf der Autobahn A 45, in der Nähe von Aschaffenburg

 

Ladung: 5 ausgediente Betonmasten von Straßenlampen auf dem Weg zur Recyclinganlage

 

Ladesituation: die vier konischen Betonmasten liegen auf Trageböcken mit Holzauflagen, das dünnere Ende nach vorne, beide Enden über das Fahrzeug hinausragend. Durch die unterschiedliche Höhe der Trageböcke ergibt sich ein Auflagewinkel von ca.15°, zum Fahrzeugheck hin abfallend. 

(Bild 1)

 

Ladungssicherung: Die beiden Auflageböcke, Marke „Eigenbau“, stehen un-gesichert auf einer Stahl-Kipperpritsche mit Bordwänden, der Ladekran ist auf dem hinteren Bock abgelegt. Die Pritsche verfügt über keine Zurrpunkte. 

 

Vorderer Auflagebock:

eine Rundschlinge als Umreifung, an der rechten Seite am Bock eingehängt, an der linken Seite mit 1 Zurrgurt Rahmen des Auflagebockes verzurrt. (Abbildung 2)

 

Hinterer Auflagebock:

1 Zurrgurt als Schlinge in der Umreifung, der nach links und rechts an Zurrpunkten aus Anschlagswirbeln an der Aufnahmeeinrichtung befestigt ist. (Abbildung 3)

 

 

Abbildung 2

 

Vorderer Auflagebock:

 

Auf dem Bild nebenan ist gut zu erkennen, dass die Rundschlinge stark beschädigt und somit ablegereif ist. (gelbe Pfeile)

 

Ferner ist sie nur an nicht genormten Halteösen umgelenkt. (roter Pfeil)

 

 

 

 

Abbildung 3

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinterer Auflagebock:

 

Zu erkennen die Umreifung, sowie der Zurrgurtanschlag am angeschraubten Anschlagswirbel ( Pfeil)

 

 

Abbildung 4

 

Besonderheit: In Abbildung 4 sieht man, wie einer der Betonmasten nicht vom Zurrmittel erfasst wird (Pfeil) und somit vollkommen ungesichert zwischen den anderen Masten liegt.

 

Ergebnis: Die Ladung in der vorgefundenen Situation ist mangelhaft gesichert.

 

Durch Erschütterungen, hervorgerufen durch Fahrbahnunebenheiten in Verbindung mit dem nach hinten wirkenden abfallenden Auflagewinkel und den nicht nach den Regeln der VDI 2700 ff angebrachten Verzurrungen, können die einzelnen Betonmasten während der Fahrt nach hinten wandern. Bedingt durch die damit verbundene Verringerung der Mastendurchmesser lockern sich die Zurrgurte. Als Folge können die Ladungsteile während der Fahrt nach hinten vom Fahrzeug herunterrutschen und den nachfolgenden Verkehr gefährden bzw. sogar zu schweren Unfällen führen.

 

Bildquelle: Manfred Sommer, Schwerverkehrskontrolltrupp der

Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach

 

 

Wie muss die Ladungssicherung richtig erfolgen? (Lösungsbeispiel):

 

 

Abbildung 5

 

Beispiel 1:

 

Die Betonmasten werden waagerecht auf das Tragegestell gelegt, welche mit RH-Matten bestückt sind. Als Zwischenlage zwischen den übereinander liegenden Betonmasten werden ebenfalls RH-Matten benutzt.

Die Masten werden nun noch durch verstellbare Stützen gegen seitliches Verrutschen fixiert und an beiden Tragegestellen mit Langhebelratschen durch Niederzurren verzurrt.

 

 

 

 

Abbildung 6

 

Beispiel 2:

 

 

Die Masten liegen vorne auf dem Lkw und hinten auf einem Nachläufer auf einem festen Drehschemel mit Rungen. Die Rungen verhindern ein seitliches verrutschen.

Gegen verrutschen nach vorne wird eine Kopflasche angelegt. Zum Fixieren werden sie an beiden Drehschemeln niedergezurrt. Um die Sicherheit noch zu erhöhen können zusätzlich RH-Matten untergelegt werden.

 

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