August 2005

Tödlicher Unfall mit Betonelementen

 

Im März 2005 ereignete sich in der benachbarten Schweiz der nachstehend beschriebene Unfall.

 

 

Von einer Elementbaufirma wurde eine größere Anzahl von Werkstollen Betonelemente auf einem Anhängerzug zu einem nahe gelegenen Bahnhof transportiert. Dort angekommen, wurden die Betonelemente auf den Güterzug umgeladen. Die Masse eines solchen Werkstollen Betonelementes betrug 12.000 kg. Da die Überführungsstrecke nur 3,5 km betrug, wurden die schweren Ladungsstücke bei der Überführungsfahrt vollkommen ungesichert transportiert. Bei einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h verlor das Maschinenfahrzeug in einer langgezogenen Rechtskurve ein Betonelement. Das Betonelement traf auf einen entgegen kommenden Pkw, dessen Fahrer noch an der Unfallstelle verstarb. Das Betonelement überschlug sich vollkommen und blieb auf der Betonbegrenzungsmauer liegen.

 

Eine Überprüfung des Fahrtenschreibers ergab eine Beladezeit von ca. 4 Minuten, eine Transportzeit von 5 Minuten und eine Abladezeit von ca. 3 Minuten. Die Rückfahrt betrug dann ebenfalls 5 Minuten. Betrachtet man diesen Transportablauf wird unter ökonomischen Gesichtspunkten sehr schnell klar, warum hier keine Zeit aufgewandt wurde, um die Ladung für eine derart kurze Strecke zu sichern. Betrachtet man die Folgen dieser Nichtsicherung, wird auf tragische Weise klar, welche Tragweite die Unterschätzung der physikalischen Zusammenhänge während des Transportes haben.

 

 

 

Die einzige Ladungssicherungsmaßnahme, die unternommen wurde, war das Unterlegen von Holz zur Schonung von Ladung und Ladefläche und ggf. zur Erhöhung der Reibung.

Das Bild 4 bietet eine Übersicht über die Unfallstelle. Der hohe Schwerpunkt der Ladung hat in dieser langgezogenen Rechtskurve schon negative Folgen.

 

 

 

Sicherung der Ladung:

 

Bevor man an die Sicherung solcher Ladung denkt, sollte grundsätzlich überlegt werden, ob es nicht in irgendeiner Form möglich ist, diese Profile um 180° gedreht mit dem Schwerpunkt dann deutlich günstiger zu transportieren. Eine großflächige Auflage, wie schon mit den breiten Holzbrettern probiert, gepaart mit reibungserhöhenden Matten, die als Sandwichelement ausgelegt sein müssen, erbringt schon sehr positive Voraussetzungen für eine weitere Sicherung. Werden solche Elemente regelmäßig transportiert, lohnt es sich, ein Fahrzeug speziell für diese Ladung und seine Abmessungen auszurüsten. Durch das entsprechende Setzen von Rungen in der Ladefläche aber auch zur seitlichen Ladeflächenbegrenzung, kann eine formschlüssige Verladung erreicht werden. Ist eine formschlüssige Verladung nicht möglich, kann durch Umspannungen zur Seite, nach vorn und nach hinten, in Kombination mit der vorgenannten Reibungserhöhung, ein sicherer Transport erreicht werden.

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