November 2001

Coildurchbruch

Abbildung 1
Abbildung 2
Abbildung 3
Abbildung 4

 

Die Abbildungen zeigen ein Coil (ca.23t), dass nach einem Unfall wieder auf den Sattelanhänger aufgeladen wurde, den es zuvor an der Stirnwand durchbrochen hatte.

 

 

Auf dem Sattelanhänger (Hamburger Verdeck, ohne Coilwanne) war das Coil liegend, mit der Achse in Fahrtrichtung geladen. Grundsätzlich ist solch ein Fahrzeug nicht für den Transport von Coils geeignet. Dieses Manko hätte aber mit erheblichen Ladungssicherungsaufwendungen behoben werden können. Das Coil war jedoch lediglich mit folgenden Maßnahmen gesichert:  Eine Art "Coilschuh" mit Holzkeilen diente zur Sicherung gegen seitliches Verrollen. Die weiteren Sicherungsmaßnahmen bestanden aus einer Einsteckrunge, die vor das Coil gesteckt war und einem einzigen Zurrgurt. Die Reibung auf der Ladefläche (Materialpaarung: Hartholz/Metall-Metall) kann mit 0.2 µ realistisch eingeschätzt werden und war leider nicht durch reibungserhöhende Mittel positiv beeinflusst worden. Der Gurt (5.000 daN im geraden Zug, bei Ladungssicherungspunkten von 2.000 daN) war gerissen. Wahrscheinlich war der ohnehin vollkommen überforderte Gurt an den scharfen Kanten der Verpackung "gescheitert". Bei den angenommenen Reibbeiwerten hätten in Längsrichtung ca.14.000 daN sowie zu den Seiten und nach hinten jeweils 7.000 daN gesichert werden müssen. Die vorgenommene Sicherung war nicht sehr viel mehr als Makulatur.

 

 

Eine aus reichende Sicherung hätte wie folgt aussehen können:

 

  1. Verwendung von Reibungserhöhenden Matten (Mindestdicke 1cm) mit einem µ > 0.5

  2. Verwendung von Schutzschläuchen an den Gurten z.B. Poly-Urethan-Schläuche oder Schienen.

  3. Zwei belastungsfähige Einsteckrungen vor dem Coil.

  4. Zwei Kernumspannungen nach hinten, unter Einbeziehung der Rungen.

  5. Zwei Kernumspannungen zu den Seiten.

  6. Zwei Niederzurrungen gegen dynamisches Herausrollen aus dem "Coilschuh".

 

 

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