Februar 2008

"Wenn der Wahnsinn Schlitten fährt"

 

Es ist kaum zu glauben, was die Praxis alles so hervorbringt.

 

 

(c) Abbildung 1 (Holger Bode, Polizei Bremen)

 

Ein Mitmensch von erheblichem Erfindungsreichtum, hatte das Problem zu lösen, recht lange Platten nach Hause zu schaffen. Da diese Platten allem Anschein nach zum Transport nicht stabil genug waren, hat dieser Mitmensch sich zu helfen gewusst. Er hat den Anhänger seines Autos für die Aufnahme seiner Ladung „ertüchtigt“.

 

Die Ladefläche war zu klein und ein Transportieren in Schräglage kam bei dieser empfindlichen Ladung (und der Länge) nicht in Frage. Also musste eine „künstliche“ Ladefläche konstruiert werden. Zwei Vierkantbalken bildeten die Grundlage. Darauf wurden zwei Aluminiumleitern positioniert. Diese Leitern boten eine ausreichende „Knickstabilität“ auf die sich dann trefflich laden ließ.

 

(c) Abbildung 2 (Holger Bode, Polizei Bremen)

 

Die Ladungssicherung ist ebenfalls ein sehr interessantes Konstrukt. Die Vierkantbalken lagen auf den Stangen der Ladebordwände des Anhängers. Die Leitern waren auf dem Anhänger „gesichert“ sonst wären die Platten schon bei der Beladung heruntergekippt. Die Platten selbst wurden hinten mit den Leitern zu einem Bündel zusammengebunden. Vorne steckte das untere Packet unter einer Stange des Anhängers und das Obere lag auf der Stange. Durch die Bündelung wurden die Platten gegen das Abkippen nach hinten gehalten. Tolle Leistung! Das hätte nicht jeder hinbekommen.

 

(c) Abbildung 3 (Holger Bode, Polizei Bremen)

 

Aber…….!!!

 

- Die Leitern können wie Schlittenkufen wirken, auf denen die Ladung rutscht.

 

- Die Sicherung ist keine, denn die Ladung kann sich zu allen Seiten „frei“ bewegen.

 

- Nach hinten darf die Ladung „nur“ drei Meter überstehen. Selbst diese großzügig bemessenen Längen scheinen nicht eingehalten zu sein.

 

- Bei dieser Beladung generieren die Platten eine negative Stützlast. Diese Art von Anhänger / -kupplung muss aber immer mit einer positiven Stützlast beaufschlagt werden.

 

Bei der kleinsten Bremsung hätte der Fahrer „Besuch“ bekommen.

 

Die Ladung war sehr glatt, was eine Sicherung nicht gerade erleichtert.

 

Wie transportiere ich so etwas richtig?

 

- Mit einem richtigen Fahrzeug.

 

- Für derart lange Ladungen muss entweder ein großer Anhänger oder gleich ein Fahrzeug mit entsprechend großer Ladefläche verwand werden.

 

- Wichtig sind die Möglichkeiten zur Ladungssicherung. Da die Ladung sehr glatt zu sein scheint, also einen sehr geringen Gleitreibungskoeffizienten hat, sollte mit Direktzurrungen gearbeitet werden.

 

- Auch die Eigenschaften der Ladung müssen bei der Wahl der Ladungssicherungsmethode berücksichtigt werden. Bei derart druckempfindlicher Ladung muss die Ladung vor den Sicherungsmitteln geschützt und eine weniger belastende Sicherungsmethode gewählt werden. Das Niederzurren wirkt nur durch den Druck auf die Ladung über die Reibung. In diesem Fall verbietet es sich gleich aus zwei Gründen: 1. der Reibungskoeffizient ist schlecht und 2. die Ladung ist druckempfindlich.

 

- Umspannungen lösen dieses Problem.

 

© KLSK e.V.